The Biggest Loser – Cihan bloggt – Interview mit Serap (Team rot)
Liebe Serap, in der 7. Episode musstet Ihr ja die Situation eines auf der Straße liegengebliebenen Autos nachstellen. Wie war das für dich?
Serap: Das mit dem Auto war eine Erfahrung wert, weil ich bis heute nie so etwas gemacht hatte. Es war aber schwer, ich glaube in einer Notsituation ist man doch ein wenig schneller. Ich darf wegen meinem hohen Gewicht nicht rennen, deshalb bin ich schnell gelaufen. In der Notsituation würde ich höchstwahrscheinlich nicht daran denken und versuchen mich schneller zu bewegen.
Cihan: Und wie war das mit dem Kalorientest für dich?
Serap: Ich war aufgeregt. Eigentlich wusste ich vieles, aber dadurch, dass ich so aufgeregt war, habe ich mich vertippt. Heutzutage ist es mir schon wichtig, wenn ich einkaufen gehe, dass ich wirklich auf die Kalorienangaben der Produkte achte und schaue, dass ich bei den Fetten und Kohlenhydraten spare. Es ist schon bemerkenswert, dass einige Produkte beispielsweise ganz groß mit 0% Fett beworben werden, die aber dafür so viel Zucker enthalten.
Cihan: Wie gut fandest du die Morphingaktion der Bilder, als Euch gezeigt wurde, wie Ihr aussehen würdet, wenn Ihr wieder zunehmen, bzw. weiter abnehmen würdet?
Serap: Die Bilder sind keine Realität, es wurde von einem Computer gesteuert. Das ungefähr so aussehen würde ist es möglich aber muss nicht sein. Ich weiß wie ich aussehe wenn ich übergewichtig bin und das entsprach nicht so wie auf dem Bild das gezeigt wurde. Auf jeden Fall hat mir mein Zukunftsbild sehr gefallen, weil ich mich nie schlank kenne. Das Zukunftsbild könnte so sein, weil ich dann auf dem Bild meiner Mutter und meiner ältesten Schwester ähnelte… mein Ziel ist auch so eine Schönheit zu erreichen und das schöne Aussehen nicht weiter verstecken.
Cihan: Wie war das Styling für dich und das Fotoshooting?
Serap: Das Styling war echt wie Balsam für die Seele. Ich bin es auch nicht anders gewohnt. Ich laß mich schon gerne stylen. Das Styling nach sieben Wochen Camp war einfach super. Ich fühlte mich wie neu geboren. Es war einfach fantastisch an dem Tag Sachen anzuziehen die wirklich 10 Nummern kleiner waren. So hat das Styling natürlich noch mehr Spaß gemacht. Wie man es auch in den Folgen gesehen hat, habe ich mich gerne geschminkt, aber dies von einer professionellen Visagisten noch zu bekommen war wie die Blume Jasmin (du bist bezaubernd) oder Malve Garten (Schönheit)… Ich habe mich wie die Blume des Orients gefühlt.
Das Schöne – es ist die Schönheit mit den Augen der Seele gesehen.
Fotoshooting… ich habe mich gerne fotografieren lassen und Bilder sahen einfach fantastisch aus. So schöne Bilder hatte ich noch nie… Die Scheu vor Kameras habe ich nicht mehr.
Cihan: Als du die Fließe nicht kaputt gekriegt hast, war es so, dass du nicht auf dein Können und Schaffen getraut hast?
Serap: Nein. Schon als ich mich zur The Biggest Loser beworben hatte habe ich meinem Können und Schaffen getraut. Ich habe nicht daran gezweifelt, dass ich es nicht schaffen könnte. Das natürlich für mich alles schwieriger ist, war mir aber auch klar.
Aber im Leben gab es noch schwierige Momente für mich die ich auch geschafft habe…
Für mich ist es wichtig das Schwierige im Leben zu schaffen und der Rest kommt von alleine.
An dem Tag lag der psychische Druck sehr hoch. Es lag auch nicht daran das ich keine Kraft habe. Ich habe schon immer gesagt „Schnell bin ich nicht aber Kraft habe ich“… Vor der Kamera habe ich es nicht geschafft. Aber ich habe nicht aufgegeben und habe es erneut versucht und zum Schluss ging die Fließe auch kaputt, was leider nicht zu sehen war.
Cihan: Als Regina die Challenge für Euch ankündigte, was dachtest du da würde auf dich zukommen?
Serap: So wie bei jeder Challenge: „Serap Kopf hoch, Augen zu und gib dein Bestes“….Es war hart für mich, immerhin hatte ich immer noch über 163 kg bei der Challenge und dann natürlich die Tasche mit über 31 kg, die ich noch zusätzlich zu tragen hatte. Aber bei dieser Challenge wurde mir richtig bewusst was ich an Kilos verloren hatte… Peu un peu mussten wir jede halbe Runde ein Sack rausnehmen was wir jede Woche abgenommen haben. Das hat mir richtig gezeigt was ich all die Jahre mit mir getragen habe und mir nicht so bewusst war. Zu dem Zeitpunkt wurde mir noch bewusster, dass ich nie wieder zunehmen möchte… Was ich meinem Körper angetan hatte, war mehr als eine Körperverletzung …
Cihan: Wer dachtest du würde gewinnen?
Serap: Wie bei jeder Challenge dachte ich natürlich Heino. Heino ist von Natur aus ein Kämpfermensch und gibt auch mehr als sein Bestes… und ich glaube, hätte er auf dem Balken sein Gleichgewicht nicht verloren, hätte ich niemals eine Chance gehabt gegen ihn zu gewinnen. Aber ich war glücklich und stolz, das ich eine Challenge gegen die harten Männer gewonnen habe… Frauenpower… Wie sagt man so schön: „Frauenpower macht Männer sauer.“
Cihan: Was war der Hauptgrund, wieso du zu Biggest Loser bist.
Serap: Als ich mich bei Biggest Loser beworben habe war ich so verzweifelt und wirklich unglücklich mit meinem Leben. Ich war arbeitslos, habe zwar eine gute Ausbildung als Bankkauffrau, aber leider hat mich kein Unternehmen wegen meinem Äußerlichen eingestellt. Was ja auch vielleicht verständlich ist. Die gehen davon aus,, dass übergewichtige Menschen schneller krank werden, bzw. eine übergewichtige Person die Firma nicht wirklich repräsentieren kann etc.
Das alles hatte mich natürlich mitgenommen und es kam noch dazu, dass ich mich nicht mehr so gut bewegen und keine Treppen mehr steigen konnte und auch Atemprobleme hatte.
Ich leide schon seit meiner Kindheit an Übergewicht. Angefangen von der Grundschule, bis hin zu meiner Ausbildung. Mein Gewicht war immer eine Hürde, die ich zu überwinden hatte. Es behinderte mich auch bei Zwischenmenschlichem, denn ich musste den Respekt und die Achtung für meine Person immer wieder neu gewinnen
Mit 12 Jahren wog ich schon über 80 kg. Als ich 14 war bekam meine Mutter ein Schlaganfall an dem sie 7 Jahre lang bis zu ihrem Tode gelitten hat. Sie lag drei Monate im Koma und nach ihrem Erwachen war ihre rechte Körperhälfte gelähmt und sie hatte den größten Teil ihrer Begabung zu sprechen verloren. Mein Vater war Diabetiker und musste sich Insulin spritzen. Durch die Trauer darüber, was meiner Mutter geschehen war, erhöhte sich sein Blutzuckerspiegel und er erblindete. Ich hatte auf einmal zwei schwerbehinderte Elternteile und eine sehr große Verantwortung zu tragen. Ich musste meine Schule zu Ende bringen und mich um meine Eltern kümmern. Ich hatte keinerlei Freiheiten mehr. Das was für eine Jugendliche in meinem Alter nicht normal. Ausgehen, Freunde treffen, Flirten oder einen Freund haben war für mich ein Wunschdenken. Der enorme Druck war zu groß für mich ich fand einen klein wenig Trost im Essen und nahm noch mehr zu.
Wie jeder übergewichtige Mensch habe ich sehr, sehr oft mit Diäten versucht mein Problem in den Griff zu kriegen, aber das Resultat war immer der Jo-Jo Effekt. Ich wog im nach den vielen Diäten am Ende immer mehr als vorher. Auch viele Jahre später wurde es nicht besser! In der Liebe hatte ich immer nur Pech. Eine einsame Zukunft zu haben und es so hinnehmen zu müssen ist sehr schwer zu ertragen.
Der Tod meiner Eltern hatte mich mitgenommen gehabt. Wobei meine Eltern wesentliche Krankheiten hatten, von denen ich bisher verschont geblieben bin. Meine Mutter hatte einen Schlaganfall, hohen Blutdruck und war zuckerkrank und mein Vater war auch zuckerkrank und starb an einem Herzinfarkt. Dies sind auch typische Todesursachen für einen übergewichtigen Menschen. Ich wollte nicht leiden wie meine Eltern und wollte auch nicht von einer anderen Person abhängig sein. Ich weiß wie schwer ist für die Person, die dir auch nah ist, zu pflegen. Ich habe es bei meinen Eltern durchgemacht. Ich bereue es nicht, weil ich alles, was ich für meine Eltern gemacht habe, ich auch aus Liebe zu den gemacht habe. Wenn die beiden heute noch leben würden hätte ich sie weiterhin gepflegt und das natürlich mit Liebe.
Ich wollte ein Anfang haben… Soviel wie möglich abnehmen… Das war auch mein Ziel. Es ist auch gut gelungen. Aber ich danke noch mal Team türkis und natürlich auch Team schwarz. Team türkis ist wegen privaten Gründen gegangen und Team schwarz hat Gamze und mir erneut die Chance gegeben weiter im Camp zu bleiben. Das war einfach unglaublich. Es war wie ein Traum für mich. Wobei eigentlich ich mit allen Camp-Kanditaten ein gutes Verhältnis hatte, haben sie mich schon als eine große Konkurrenz gesehen.
Cihan: Wenn du zurück denkst an deinen gesamten Aufenthalt im Camp, was empfandest du als das Schwierigste oder Schlimmste?
Serap: Das Schlimmste und Schwierigste war für mich die 280 Stufen im Staffellauf hoch zu rennen.
Ich hatte schon Herzklopfen, als ich die Treppe gesehen habe. Ich dachte ich sterbe in dem Moment. Bei allen Challenges hatte ich es einen Tick schwieriger, da ich die übergewichtigste Kandidatin war, aber ich habe nie aufgegeben und habe alles mitgemacht. Das liegt in meiner Natur. Ich habe in diesem Fall nicht gegen die anderen gekämpft… Ich habe da wirklich gegen mein Gewicht gekämpft… und das noch mit professioneller Unterstützung.
Cihan: Und was war für dich das Schönste?
Serap: In erster Linie war das Schönste für mich, dass ich ein besseres Selbstbewusstsein jetzt habe und im Camp über 30kg in sieben Wochen abgenommen habe.
Das Camp leben kann man nicht in Worten beschreiben, weil es etwas ganz besonderes war. Es war anstrengend, aber herzlich. Das schöne war auch, dass zwar alle Kandidaten gegeneinander gekämpft haben, aber wir waren alle auch füreinander da. Wir hatten alle das gleiche Ziel, wir wollten abnehmen!
Ich habe da gelernt über meine Grenzen hinaus zu gehen – und das mit Erfolg.
Cihan: Würdest du, wenn du könntest, das Camp nochmal besuchen? Was wäre dir dabei wichtig?
Serap: 500%ig sicher würde ich das Camp noch mal besuchen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das wichtigste wäre noch so eine Partnerin wie meine Nichte Gamze dabei zu haben. Gamze, ich sage es nicht nur weil es meine Nichte ist, ist ein wundervoller Mensch mit viel Ehrgeiz und Geduld. Obwohl wir durch mich auch immer die letzten waren hat sie nie rumgenörgelt und hat versucht mich immer wieder aufzubauen. Sie ist hat einen super Teamgeist.
Cihan: Wie läuft es jetzt weiter bei dir?
Serap: Ich habe mein Ziel noch vor Augen, deshalb bin ich noch fleißig am trainieren und setze das um, was ich im Camp gelernt habe. Ich bin ein Fitnessjunkie geworden. Ich danke auch besonders Silke Kayadelen, die mir beigebracht hat, das Sport auch Spaß macht und das sie immer für uns da war.
Ich habe eine bessere Lebensqualität und fühle mich viel leichter. Treppen steigen, schneller Laufen etc. fällt mir nicht mehr schwer…
Mein Selbstbewusstsein hat sich gestärkt…
Nichts schmeckt so gut wie das GEFÜHL schlank zu sein. Ich nehme also weiterhin ab und habe auch sehr gute Erfolge erzielt. Ich achte auf eine bewusste Ernährung und viel abwechslungsreichen Sport (Kickboxen, Ausdauertraining, Salsa, Bauchtanz und vieles mehr).
Berufsmäßig kann ich noch nicht viel sagen, nur das ich derzeit auf Jobsuche bin und nebenbei eine Fortbildung in Business-English besuche.
Cihan: Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du bald einen Job hast, meine Liebe. Vielleicht können dir ja hier auch die Leserinnen und Leser da weiterhelfen .. Wieviel Kilos willst du noch abnehmen?
Serap: So viel wie möglich… Ich möchte auf jeden Fall unter 100 Kilo kommen und dann gucken wir weiter wie ich wohl ich mich fühle …
Wichtig ist für mich erstmal gesund abzunehmen. Es ist keine kurze Prozedur. Ich sehe dies wie eine Ausbildung an. Die Probezeit habe ich sehr gut im Camp überstanden…. Jetzt bereite ich mich für die Zwischenprüfung und ich gebe mir höchstens zwei Jahre für die Endprüfung…
Cihan: Was würdest du den Leserinnen und Lesern hier noch sagen wollen?
Serap: Ich danke allen Leserinnen und Lesern die mir zugeschaut und allgemein allen Zuschauerinnen und Zuschauern.
Ich kann eins nur sagen, egal was Ihr für ein Ziel habt, es sollte Eure eigene Entscheidung sein. Habt dabei viel Geduld und Ausdauer…. Geht über eure Grenzen und dann seht ihr auch Erfolge…
Recent Comments